Meine Geschichte als Mama
und wie ich zur Babyzeitberaterin und Mutterschaftsbegleiterin wurde
Meine Tragegeschichte
Schon vor der Geburt meine Kindes wusste ich:
Ich möchte mein Baby nah bei mir tragen - sicher geborgen und ergononomisch.
Doch die Suche nach der richtigen Tragehilfe und das Tragen an sich gestalteten sich schwieriger als gedacht.
Lies dir meinen Weg zum Tragen durch, und erfahre wie ich dir helfen kann, die passende Tragevariante für dich und dein Kind zu finden
Wie alles begann - mein Wunsch, mein Baby zu tragen
Es ist Sommer 2008, ich bin kurz vor dem Mutterschutz in eine andere Stadt gezogen
und lebe nun den Nestbautrieb damit aus, alles für die Geburt meines Babys und für dich Zeit danach im Wochenbett vorzubereiten.
Fun-Fact: Ich bereite mich auf alles mögliche vor, nur eine Hebamme habe ich noch nicht gesucht, denn ich denke mir, das wird schon noch spontan nach der Geburt klappen... (We read and we don't judge).
Die Suche nach der richtigen Tragehilfe
Schon vor der Geburt meines Kindes wusste ich: Ich möchte mein Baby tragen.
Nah bei mir, sicher und geborgen.
Tragetuch oder Babytrage- das ist hier die Frage!
Verwandte zeigen mir ihr Tragetuch, in welchem sie selbst einige Bindeversuche unternommen haben - doch es wieder aufgegeben haben - zu umständlich, zu kompliziert und unpraktisch, denn das Binden des Tragetuchs scheint ein Two-Man-Job zu sein.
Passt das Tragetuch zu mir?
Ich speichere mir das Tragetuch automatisch als Variante des Tragens ab, die nicht zu meinen Bedürfnissen zu passen scheint.
Und die knapp 2 Meter Tuch wirken sehr lange auf mich - für jemanden der 1,60m ist.
Ich komme ins Grübeln, denn das größte Ausschlusskriterium des Tuchs, ist die Aussicht, das man zum Binden jedes mal Hilfe benötigt.
Auch habe ich keine weiteren Erfahrungsberichte oder Vergleichsmöglichkeiten im Freundeskreis zum Thema Tragetuch und streiche diese Möglichkeit von meiner Liste.
(Fakten-Check: du kannst ganz einfach und umkompliziert ein Tragetuch binden UND dein Kind hineinsetzen - ganz ohne Hilfe einer weiteren Person!)
Meine Gründe fürs Tragen:
- den größten Teil des Tages werde ich mein Baby allein betreuen
- ich muss mobil zu Fuß sein, da nicht immer ein Auto verfügbar ist
- ich möchte barierrefrei und flexibel im Alltag sein
Somit steht für mich fest: es soll eine Babytrage werden.
In einem Land vor Google-KI und Chat-GPT:
Im Sommer 2008 ist die Suche nach einer geeigneten, sicheren und ergonomischen Babytrage um einiges schwerer als heute:
- es gibt noch kein Social Media wie Instagram, Pinterest und TikTok
- Smartphones nutzen noch die wenigsten
- YouTube-Kanäle influencen keine Babythemen
Was mir bleibt sind:
- Internet-Foren rund um das Thema Baby: viele Meinungen, wenig fachlicher Input Online-Shops: viele wirken nicht gerade vertrauenswürdig
- persönliche Empfehlungen und Erfahrungswerte zum Tragen von Babys: der Großteil meiner Freundinnen hat noch keine Kinder, oder trägt nicht
- Tragevorbilder: durch meinen Umzug kenne ich hier vor Ort kaum jemanden und scheine hier in der Gegend die einzige Person zu sein, die statt des Kinderwagens eine Babytrage verwenden möchte
Die Entscheidung ist gefallen
Somit verlasse mich auf die Empfehlungen meiner Suchmaschine und klicke auf Kaufen.
Die Trage wird mir angepriesen als ergonomisch, von Experten getestet, einfache Anwendung und viele Tragemöglichkeiten.
(Fakten-Check: das gewählt Modell ermöglichte auch die Wiegehaltung als Tragemöglichkeit - diese ist NICHT zu empfehlen, da die Atmung nicht sicher ist)
Meine ersten Erfahrungen mit der Babytrage
Vielleicht steht auch in deiner Tragehilfe eine Gewichtsangabe, oder ein Alter, ab wann du damit dein Kind tragen kannst.
In meiner Tragehilfe stand der Hinweis, diese erst ab 3,5kg zu verwenden.
Und damit war mein Plan, ab Geburt mein Baby zu tragen, mit einem Schlag zunichte.
Fakten-Check: Die Gewichtsangabe in deinem Tragemodell ist eine Prüf-Einheit für das Prüfunternehmen ( z.Bsp. TÜV). Moderne ergonomische Tragen lassen sich in den meisten Fällen auf kleinere Babys anpassen - lass' dich hierzu gerne von einer Trageberaterin unterstützen, ich biete auch Online-Beratungen an, wenn du weiter weg wohnst.
Mein eigenes Modell war leider NICHT ergonomisch und ließ sich nicht auf mein zierliches Baby anpassen.
Da ich noch nicht trage konnte, war ich nicht mobil, da ich den geliehenen schweren Kinderwagen weder allein die Treppen nach unten zur Haustür hieven konnte, noch mein Kind derweil allein in der Wohnung lassen wollte.
6 Wochen post partum
Als ich nach 6 Wochen das erste Mal damit trage (in der damals empfohlenen Wiegeposition - bitte NICHT anwenden!), bin ich zwar endlich mobil, aber das Tragen ist einfach unbequem, unpraktisch und nach heutigen Standards auch nicht wirklich sicher.
Aber hey - ich war trotzdem stolz wie Bolle und endlich konnte ich mit meinem Kind spazieren gehen.
Das Tragen wird etwas leichter
Als mein Kind 3 Monate alt ist, verwende ich die aufrechte Trageposition und ab da nutzte ich die Trage sehr viel (mehr).
Aber: bequem ist das Tragen damit immer noch nicht, denn Fun-Fact: bei der angeblich ergonomischen Trage lässt sich der Steg nicht breit genug eingestellen.
Somit baumeln die Beine meines Kindes fröhlich an meinen Oberschenkeln und stoßen dagegen wenn ich laufe.
Aber was solls - ich hab die Hände frei und ich kann mit der Trage überall hin laufen.
(Fakten-Check: wenn du beim Treppesteigen merkst, die Beine deines Kindes sind im Weg, dann stelle den Steg breiter ein.)
Als die Tragemöglichkeiten mit diesem Modell ausgeschöpft sind, packe ich die Babytrage in eine Kiste für den nächsten Einsatz und steige auf das Tragen auf der Hüfte oder Schultern um (und benutze zusätzlich noch einen Buggy).
Was mir auch bei meinem jüngsten Kind gefehlt hat -
eine professionelle Trageberatung
Rückblickend weiß ich heute, wieviel Zeit und Geld ich mir gespart hätte wenn ich eine Beraterin gehabt hätte, die:
- mich mit wengigen Handgriffen anleitet
- kompetent einschätzen kann, welches Tragetuch oder Tragehilfe zu mir passt
- mir Sicherheit beim Tragen ab Geburt vemittelt
Aber erst einmal ging es so weiter:
Es ist Winter 2015 und ich bin mit meinem jüngsten Kind schwanger.
Mittlerweile gibt es unzählige Hersteller, Plattformen für Baby und Kinder Secondhand, Trage-Communities. Sogar die Babyfachmärkte haben (etwas) mehr Auswahl.
Online tobt das Trageleben, aber in meiner Wohngegend sehe ich weiterhin so gut wie niemanden, der sein Baby trägt.
Ich tauche online ein in die unzähligen Möglichkeiten des Tragens - eine ganze Welt öffnet sich vor meinen Augen.
Und als mir die Kiste mit der alten Tragehilfe in die Hände fällt muss ich erst einmal schlucken. Erst fühle ich mich etwas schlecht, weil ich nach den heutigen Standards weiß, wie wenig ergonomisch dieses Modell war.
Auch bin ich traurig, weil ich mich um die kuschelige frühe Tragezeit mit meinem Kind betrogen fühle und bin wehmütig, wenn ich sehe, wie lange ich hätte tragen können und wie gut es meinem Kind getan hätte.
Fun-Fact: auch wenn es mittlerweile 2016 ist, werden (hauptsächlich) Mütter, die ihr Kind im Laufalter/ Kindergartenalter noch tragen, teilweise online richtig fies angefeindet.
Glücklicherweise gibt es 2026 viele wunderbare Modelle, mit denen man auch große Kinder tragen kann (Pre-Schooler, Toddler, XXL-Tragen).
Denn so ein Tag im Kindergarten macht müde, und bei Krankheit lässt sich prima in der Tragehilfe kuscheln.
Auch für ältere Kinder mit körperlichen Einschränkungen oder besonderen Bedürfnissen gibt es nun Trage-Möglichkeiten.
Wieder Recherche, Empfehlungen und Erfahrungen
Ich entscheide mich für den Kauf von Second-Hand Produkten und habe bis zur Geburt 4 unterschiedliche Tragehilfen und 2 Tücher angesammelt.
(Fakten-Check: der Gebrauchtmarkt von Trageprodukten bietet 2026 eine sehr große Auswahl - achte bitte aber beim Kauf auf die Materialien, Zustand der Schnallen und wie gewachen wurde.)
Im Babyfachmarkt erhalte ich eine Kaufberatung zu den dort gängigen Babytrage-Modellen, es ist jedoch keine individuelle und markenunabhängige Beratung und die Babytrage passt einfach nicht zu mir.
Ich habe mir außerdem vorgenommen, endlich mit dem Tragetuch zu tragen - und verzweifle fast an der YouTube-Bindeanleitung.
Ich darf endlich wieder tragen
Mein jüngstes Kind ist ein überzeugter Vollzeittragling und begleitet mich mit 5 Tagen im Halfbuckle beim Elterngespräch in der Schule (und lernt dort seine zukünftige Lehrerin kennen, wie süß ist das denn?!)
Trageberatung? Ich doch nicht!
Ich bringe mir alle Bindeweisen und Techniken selbst bei, was mich viel Schweiß, Tränen und Nerven kostet.
Unter Zeitdruck, wenn z.Bsp. das ältestes Kind abgeholt werden muss, schaffe ich das Binden der Tragehilfe eben nicht immer perfekt.
Ich trage zwar und mein Kind wirkt zufrieden, aber ich trage nicht ergonomisch, und mein Beckenboden freut sich gar nicht.
Vom Babytragen zur Trageberaterin
Mein Trageuniversum wächst
Ich übe weiterhin fleißig, recherchiere und lerne aus Fehlkäufen, was zu mir passt.
Bald darauf ziehen mein erstes neu gekauftes gewebtes Tragetuch und eine Tragejacke ein.
Die alten Tragemodelle dürfen "neuen" Secondhand-Modelle weichen und ich teste mich durch viele weitere Varianten des Tragens: MeiTais und Ringsling- was für eine Offenbarung!
Bald zahlen sich die vielen Übungsstunde aus und ich stillen in der Trage (geht auch während ich durch die Straßenkirchweih spaziere), und schwinge mein Kindes zum Tragen auf den Rücken.
Plötzlich gelte ich irgendwie als Expertin
Ich werde immer öfters von anderen Eltern auf das Tragen angesprochen, werde um Rat gefragt und um meine Meinung.
Innerhalb eines halben Jahres nach der Geburt meines jüngsten Kindes hatte ich mir den Ruf "die Mutter mit den ganzen Tüchern und Tragerucksäcken" in meiner Wohngegend und Bekanntenkreis erarbeitet.
Und dann keimte der Gedanke in mir:
"Wie wäre es, wenn ich andren das Tragen von Babys beibringe?"
In meiner Elternzeit, nach der Erwerbsarbeit tummelte ich mich in unzähligen Facebook-Gruppen, fachsimpelte mit anderen begeisterten Trage-Eltern, ging auf Tragetreffs, und nahm an Wettbewerben teil.
Ehrenamtlich gab ich mein Wissen an Bekannte weiter, oder konnte meinen Freundinnen auf ihrem Trage-Weg weiterhelfen.
Fun Fact: kennen wahrscheinlich nur die OGs der Trageszene: mein erstes Anleitungsvideo habe ich schon 2017 zum Thema "Finish beim Rückentragen mit dem Halfbuckle" in einer bekannten Trage-Facebook-Gruppe eines Herstellers veröffentlicht.
Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich nur wenige Jahre später mit so vielen Marken und Herstellern einen konstruktiven Austausch pflege, als Expertin zu Themen angefragt werde und in der Branche so umfassend vernetzt bin - mir wäre wahrscheinlich vor Schreck das Tragetuch aus der Hand gefallen.
Fun Fact: ich hatte einen Fangirl-Moment: mit Hedwych von "Wrapyouinlove"
Jetzt wird's ernst
Wie du wahrscheinlich schon festgestellt hast: das Thema Tragen war mehr als eine Leidenschaft geworden.
Bis zu meiner Ausbildung 2018 hatte ich schon unzählige Arbeitsstunden in Recherchen, Übung und Netzwerken gesteckt.
Aber auch: viele Fehlkäufe getätigt und am eigenen Leib erlebt, welche Tragevarianten mir eher Schmerzen als Entlastung bieten.
Trage-Mama wird Expertin in ihrem Gebiet
Im Juni 2018 war es soweit - ich schickte meine Anmeldung zur Ausbildung als Trageberaterin ab.
Meine Freundinnen hatten mich dazu inspiriert und zum Geburtstag einen selbstgebastelten Gutschein geschenkt- als Finanzspritze für meine Ausbildung zur Trageberaterin.
Ein Wink des Schicksals
Als ich mich zwischen zwei Trageschulen entscheiden musste, fiel meine Wahl auf die
renommierte Trageschule Hamburg.
Nicht nur weil sie einen Standort in Bayern hatte, sondern weil deren Logo auch auf dem selbstgebastelten Gutschein meiner Freundinnen enthalten war - als hätten diese es schon immer gewusst!
Die Praxistage meiner Ausbildung fanden in Nürnberg statt und dort lernte ich nicht nur meine tollen Ausbilderinnen, sondern auch zwei wundervolle Kolleginnen kenne, zu denen ich bis heute einen engen Kontakt pflege.
Übung macht die Trage-Meisterin, denn Trageberatung will erlernt sein
Gar nicht so einfach die Synapsen zu bilden oder Erlerntes zu überschreiben!
Fakten-Check:
Das Tragen für den Hausgebrauch, oder der schnelle Tipp/ Handgriff unter Freundinnen unterscheidet sich sehr zur fundierten Weitergabe von Wissen und Kenntnissen.
Und dann auch noch didaktisch, dosiert gespickt mit Fachterminologie im Rahmen der Erwachsenenbildung - und meist bei Kunden im Wochenbett und/oder mit Schlafmangel.
Jetzt wurde es offiziell
Im April 2019 gründete ich offiziell "Bindungsvoll- Tragen, Bewegen, Leben", du kennst mich heute auch unter dem Zusatz "Bindungsvoll -Babyzeitberatung & Mutterschaftsbegleitung.
Wissen und Wissensvermittlung ist meine Super-/Zauberkraft
Wissen, Vertrauen in sich selbst, Fertigkeiten und Kenntnisse sind das hilfreichste Werkzeug für dich, deinen individuellen Familien-Alltag selbstwirksam und bestmöglich entspannt zu gestalten.
Ich möchte dich dabei unterstützen, auf dich und deine Ressourcen und Instinkt zu vertrauen - deine innere Stärke.
Ich bin mit vielen Fachkräften weiterer Bereiche vernetzt - mein gigantisches Netzwerk aus Ausbilderinnen, KollegInnen, Fachkräften weiterer Bereiche und Disziplinen, medizinischen und pädagogischen Personal.
Ich will Expertin in meinem Gebiet sein und bleiben
Andere sammeln Schuhe und Handtaschen- ich sammle Zertifikate, Urkunden und Handouts.
Und da ich dich ganzheitlich beraten möchte, lasse ich mich seit 2018 regelmäßig (re)zertifizieren, prüfen, ausbilden und updaten zu: Tragen, Stillen, Schwangerschaft, Wochenbett, Bindung, Babyzeit, Motorik, etc.
Übrigens - Sicherheit geht vor
Die Einhaltung der Regeln und Vorgaben von Datenschutz, Verschwiegenheit und Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben ist Bestandteil meines Konzepts.
Mehr zu meinen Aus-/ Weiterbildungen über den Button unten.
Meine Stillgeschichte
Mein eigener Weg zum Stillen war selbst nicht der einfachste.
Little did I know, dass Stillen erlernt werden muss.
Meine Kinder habe ich trotz aller Anfangsschwierigkeiten gesamt 5 Jahre stillen können.
Weil Stillen mir am Herzen liegt und ich dich dabei unterstützen möchte,
habe ich schon viele Weiterbildungen zum Thema Stillen absolviert und im Februar 2024 die Ausbildung und Prüfung zur Stillmentorin® abgeschlossen.
Lies hier bald über meine Stillgeschichte und wie ich dich auf deiner Reise durch das Still-Universum unterstützen kann.
Mama werden und Mama-Sein
Bald liest du hier mehr über mein Leben und Alltag als Mama und wie ich die Muttertät gemeistert habe.